Posts nach Themen sortiert

Montag, 15. Dezember 2014

Expeditionsvorbereitungen

Expeditionsvorbereitung im vereisten Riß am Schneeberg, Foto Helmut Schulz

Es ist mal wieder soweit. Bald gibt es wieder viel zu Lesen und es geht erneut zu den großen Wänden dieser Welt.
Dieses mal jedoch nicht ins Yosemite sondern nach Patagonien. Ja ihr habt richtig gelesen dahin wo das Wetter recht durchwachsen ist und der Niederschlag hin und wieder in einem anderen Aggregatzustand vom Himmel fällt.

Die Vorbereitungen zur Expedition laufen bereits auf Hochtouren, denn Ende des Jahres geht es los. Viele werden sich sicherlich fragen was wir diese mal geplant haben? Dazu hier ein kleiner Außblick:

  • Die erste Zeit geht es mit Issy nach Chile in den "Parque de Torres des Paines" wo wir wenn uns das Wetter hold ist am "Cerro Cathedral" die 2 Begehung der Route "Los Fabulos Dos" versuchen wollen. Wenn noch ein paar mehr Routen drin sind, dann umso besser.
  • Der zweite Teil der Reise geht mit Rüdiger in die Region des Fitz Roy und des Cerro Tore um bei guten Bedingungen beide zu besteigen. Da uns hierbei ganz besonders das Wetter einen fetten Strich durch die Rechnung machen kann, legen wir uns hier noch nicht genau fest.

Wie ihr seht es wird viel zu lesen geben.

Für so eine aufwendige Expedition ist es natürlich notwendig, Sponsoren zu finden. Dies war nicht ganz leicht und es kamen leider mehr Ab- als Zusagen.
Umso mehr freue ich mich, dass wir dennoch unterstützt werden und aus diesem Grund möchte ich hier auch einzelne erwähnen.

Bouldercity Dresden
Därr der Expeditionsausrüster in München
Deutscher Alpenverein
DAV Sektion Zittau
Kletterschule Lilienstein
Metolius
Mont-K Berlin
Photowerkstatt Dresden
Scarpa
Schneiderei im Ferienhof



Die Logos aller Sponsoren findet ihr auch auf der rechten Seite mit hinterlegten Links.

Weiterhin geht ein großer persönlicher Dank an Birgit Großer (aka Schneidere im Ferienhof) welche in stundenlanger Kleinarbeit unser Überzelt für das Portaledge (Rainfly) Expeditionstauglich gemacht hat. Dafür opferte sie ein ganzes Wochenende ihrer wertvollen Zeit und Geduld.

Weiterhin einen speziellen Dank haben meine Eltern Hans-Dieter und Dorothee verdient, ohne welche ich diese Expedition nich filmerisch dokumentieren und bearbeiten könnte. Zudem sind sie während meiner Abwesenheit eine unverzichtbare Hilfe mit den Kindern.

Zu guter letzt geht das größte Dankeschön an Kerstin meine Frau. Nur sie machte es mir überhaupt möglich diese Expedition durchzuführen indem sie mir die Zeit und Freiheit dafür einräumte.

Sonntag, 30. November 2014

Yosemite Vortrag in Dresden

So es gibt nun auch für den Diavortrag in Dresden am 12.12.2014 in der Kletterarena einen Flyer..
Also vielleicht sieht man sich ja.
.

Montag, 10. November 2014

Yosemite Vortrag in Berlin und Dresden

Kommerzielle Vorträge
Da immer wieder Leute nach Vortägen über meine Reisen fragen biete ich nun auch diese kommerziell an. Bei Interesse einfach die Anfrage als Kommentag mit Emailadresse hinterlassen. Da ich die Kommentare sowiso einzeln freischalte erhalte ich diese per Email und diese erreich mich somit umgehend. Selbstverständlich werde ich diese Komentare dann nicht veröffentlichen und eure Emailadresse wird somit nicht im Internet gezeigt.



Da mich immer wieder Leute gefragt haben ob es ein paar der Storrys aus dem Blog auch in einem Vortrag gibt, kann ich nun sagen es ist mal wieder so weit und zwar in einem größeren Rahmen in Berlin. Dieses findet in der Berta Block statt.



Montag, 13. Oktober 2014

Taghia Klettern im Hohen Atlas




Taghia liegt unterhalb des Ojchdad im Bild Rechts.

Der Orient und das Morgenland hat mich seit jeher fasziniert und so war der Besuch 2008 alles andere als eine Enttäuschung. Wir besuchten Damals die Taghia Schlucht welche für seine bis zu 600m hohen Kalkwände berühmt war. Die Wände waren so kompakt das kaum Bänder die Wand unterbrachen und da sich diese Wände aus einer Schlucht zu beiden Seiten in den Himmel reckten ist der Begriff Mauer gerechtfertigt. Auch das Land und die Kultur waren mir recht ungewöhnlich aber besuchenswert. Erst als man sich etwas an das Feilschen gewöhnt hatte wurde es erträglicher. Leider konnten wir 2008 auf Grund des Wetters und dem Mangel an Zeit nicht alle Routen welche uns interessierten Klettern und so nahm ich mir fest vor wieder zu kommen. Nun war es endlich so weit.

Ganz bekannt und berüchtigt sind die Berbertreppen die ohne Mörtel und Metall auskommen aber leider gelegentlich einstürzen.
Nach der Ordnung kommt das Chaos.

Es war wieder mal so weit es ging wieder einmal zu einem exotischen Ziel. Zum einem um sich beim Klettern neuen Herausforderungen zu stellen und zum Anderen um den Luxus des Altages wieder schätzen zu lernen da man diesen viel zu schnell als selbstverständlich empfindet. Kerstin nutzte die Zeit um etwas mit ihren Eltern zu unternehmen und so waren wieder einmal alle zufrieden gestellt.
Wir hatten Europa noch nicht richtig verlassen, als wir uns mittem im marrokanischen Chaos befanden. Auf dem Flughafen zeterten einige alte Damen herum das sie seit Mittwoch nach Marokko wollen und der Flug immer wieder gestrichen wurde und wahrscheinlich wird es heute wieder so. Trotz Verspätung und etwas Unruhe beim einchecken ging soweit erst einmal alles gut aber wir mussten noch einmal umsteigen bevor wir nach Marrakesch kamen und da ließen wir jegliche Ordnung hinter uns.
Es ging am Transferschalter los wo wir dringend unsere Tickets für den weiterflug bekommen mussten bevor wir unseren Flug verpassen. Als Europäer sollte man meinen das die drei Warteschlangen eine Reihenfolge für die Bearbeitung sein sollten doch von rechts und links kam immer wieder jemand mit dringenderen Problemen. Die alte Dame aus Deutschland stimmte wieder ihr Klagelied an und die Gemüter waren etwas erhitzt. Zu dem was kommen sollte war die Stimmung doch noch friedlich und so stellten auch wir uns wie von den Landesgenossen demonstriert diagonal an. In Deutschland würde das wohl anders heißen aber wir wurden freundlich bedient und die europäisch stehenden welche sich echouffierten wurden vom Personal zurechtgewisen. So kamen wir zu unserem Gate doch was fehlte war das Flugzeug nach Marrakesch. Jetzt ging das Irrenhaus los.Uns kamen Leute entgegen die meinten der Flug wäre schon weg oder geht heut gar nicht mehr. Selbst das Personal reagierte extrem gereizt und gab jedem der fragte eine andere hysterische Antwort. Die Anzahl der Antworten war quasie grösser als die Zahl der gefragten Leute. Die heutige Technik ist ja ein Segen für jeden Arbeitnehmer und gibt einfache Auskünfte für jeden verständlich mittels einer Anzeigetafel. Diese gab es hier auch, doch jegliche Korrelation zwischen Abflugszeit und Zielort fehlte. So ging es mit den anderen Reisenden über 1 Stunde von einem Schalter zum nächsten. Zwischen erhitzten französischsprachigen Diskussionen hörte man immer wieder das Wehklagen der deutschen Dame, da ihr Man bereits seit 3 Tagen in Marrakesch auf sie wartete. Das Personal schwebte zeitweise in Lebensgefahr weil diese Feierabend machen wollten und die Stimmung sehr aufbrausend wurde. Auch die Polizei konnte den Gemütern kaum Einhalt gebieten. Als uns das alles zu bunt wurde machten wir es uns mit bestem Blick auf das Geschehen bequem denn ich war inzwischen ganz schön müde. Da wir nicht sicher waren ob wir beim Schlafen den Flug eventuell verpassen würden hängte ich mir ein Schild mit unserem Ziel um den Hals. So konnten wir bequem miterleben wie die Passagiere von Schalter A zu Schalter B und später zurück zu A rannten. Das Irrenhaus fand ein Ende, als mit über 3 h Verspätung doch noch ein Flug auf die Beine gestellt wurde und wir in Marrakesch ankamen. 
Car sharing a la Afrika


Die verbleibenden 3h der Nacht waren schnell vorbei und weiter ging es Richtung Taghia dem vorlaufigen Ziel unserer Reise. Wenn alles gut geht sollten wir heute noch ans Ziel kommen. Da Taghia nicht mit dem Auto zu erreichen ist, konnten wir die 2,5h Fußmarsch notfalls auch im dunklen zurücklegen. Entgegen der Vermutung war die öffentliche Verkehrsanbindung gut und 8:30 Uhr ging es vom Garre Routier in Marrakech mit dem Bus nach Azilal von dort sollte der Anschuß wenig später nach Zaouiat Ahansal weitergehen, aber auf dieser Strecke gibt es keine Fahrpläne und so wartete der Kleinbus über 4h bis genügend Passagiere das Gefährt überfüllt hatten und die Fahrt für den Betreiber rentabel machten. Durch diese Verzögerung würden wir zwar im Dunklen in Zaouiat Ahansal ankommen, konnten jedoch den Gedanken die fast 40kg schweren Rucksäcke spazieren zu tragen noch etwas vor uns herschieben. Da uns eine Nacht fehtle, kämpften wir mit der Müdigkeit, konnten aber auch nicht schlafen und als es dunkel wurde hieß es bei uns Rucksack schultern und los gehts. Ich hatte den Weg als einfach in Erinnerung, weil wir damals bei Tageslicht den Mulis hinterher gelaufen waren. Doch die Mulis kannten ihren Weg blind, da sie das einzige Transportmittel nach Taghia darstellten. Das half uns auch etwas bei der Orientierung, denn die Exkremente markierten uns wenigstens den Weg ein wenig. Dennoch verliefen wir uns mehrfach und die Riemen der Rucksäcke schnitten schon nach wenigen Minuten ein und das Suchen nach dem Weg machte es nicht besser. In meiner Erinnerung war es sehr oft der Fall das die Mulis im seichten Flussbett liefen und der Fluß extrem häufig gequert werden mußte. An dieser Stelle verirrten wir uns total in den kleinen Feldern welche in der Nähe des Wasser angelegt wurden. Diese Felder waren durch Steinmauern und Dornensträucher voneinander abgegrenzt und terassenförmig angelegt. Da wir uns verlaufen hatten kamen wir kaum noch voran.Es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten uns an Ort und Stelle zum Schlafen niedergelegt da kam eine Stimme und eine Taschenlampe von der anderen Seite des Flussesnund ca 30m oberhalb von uns. Mittels wenigen Brocken Französisch machte uns der Einheimische darauf aufmerksam das er sich auf dem Weg befand und wir eben nicht. Naja da hätten wir unten am Bach lange suchen können wenn der Weg so weit oben verläuft. Er wartete auf uns und da er auch nach Taghia musste lief er voraus. Das einzige Manko war, das er ohne Gepäck lief und ein mordstempo anschlug. Da wir uns nicht noch mal verirren wollten gaben wir alles und blieben an im dran. Der Fluß wurde noch mehrere male gequert und! schon nach 10 minuten war uns klar das wir alleine im dunklen keine Chance gehabt hätten. an Pausen war leider auch nicht zu denken und so eilten wir auf dem Zahnfleisch kriechend unserem Ziel entgegen. Nach einer weiteren Stunde waren wir endlich am Ziel und konnten in der Gite d'etape von Said unsere Rucksäcke absetzen. Da ich per mail unser spätes kommen angekündigt hatte war um 22:30 wenigstens noch jemand wach und mittlerweile gab es auch die möglichkeit von Internet, da Taghia vor einem Jahr eine Stromleitung bekommen hatte. Für ein oder zwei Nächte waren wir hier erst einmal zu Hause, dann geht es weiter in die Berge.

Irgendwas muß man uns ins Essen gemischt haben wir waren so heiß aufs Klettern.
Einer der besten Sektoren in Taghia ist ca. 2.5h Fußmarsch vom gleichnamigen Ort entfernt. Um diesen Fußmarsch nicht täglich zweimal zurückzulegen entschlossen wir in einer nahegelegenen Grotte zu biwakieren. So hätte man im schlimmsten Fall max einen Zustieg von 30 min. und ist in einer beeindruckenden Schlucht gelegen.

Berbertreppe

Hier mal mit Stahl aber ob das Mit 40 Kg Zusatzgewicht hält?

Issy begrüßt den Steinmann


Eine Berberbrücke


Grand Carnevall 8a+, 7a obl, 500m
Im hinteren Sektor von Tadrate gibt es eine Handvoll Routen. Dabei ist Grand Carnevall die logischste Linie im Sektor und folgt einer logischen Verschneidungslinie. Durch die Risse konnte viel mit mobilen Sicherungsmitteln abgesichert werden. So kommen insgesamt 36 Bohrhaken zur Zwischensicherung auf die gesamte Routenlänge und der erste in der 4. Sl. Ein sicherer Umgang mit Friends ist daher obligatorisch. Die Ausgesetztheit der Verschneidung ist beeindruckend und die Kletterei ist abwechslungsreich. Issy vollbrachte an diesem Tag sein Husarenstück und kletterte die 7c+ on sight. Die homogene Hangelrippe war anstrengend unübersichtlich und trittarm. Zudem kam am Ende zwei sehr unübersichtliche Wandstellen und Issy kämpfte sich erfolgreich nach oben. Nun war ich wieder an der Reihe mit der Crux. Die Verschneidung schloß sich nach 15m und es wurde schwer. Das einzigste Manko ist, dass die Schlüsselstelle in einem grauen Streifen liegt und immer wieder schmutzig wird. So war einiges an Putzerei nötig bevor ich an den Zügen basteln konnte. Es war eine technische Verschneidung mit wenigen Tritten und es dauerte etwas eine Variante für mich zu finden und durchzusteigen. Mittlerweile war es spät geworden und wir mußten uns beeilen um noch bis hoch zu kommen. Zum Glück wurden die Seillängen leichter und inhomogener. Wir kamen 1h vor dem dunkel werden nach 12h Kletterei am Ausstieg an und beeilten uns abzuseilen. Da die Verschneidung rechtsgeneigt und sehr überhängend war wurde es nötig die Stände mit Hilfe der Zwischensicherung anzupendeln. Das war im Dunkeln alles andere als leicht zudem hatten wir nur eine Stirnlampe dabei, was nicht immer vorteilhaft war. Mit ein paar kleinen Tricks funktionierte es aber die nächsten male würden wir zwei Lampen mitnehmen. Zufrieden aber geschafft kammen wir in unser Biwak.

Die 2. Länge


Grand Carneval die 7c+ Länge

Topo Grand Carnevall
Originaltopo Grand Carnevall
Anthro po cene 8a obl. 6c+, 520 m
Eigentlich wollten wir Azazar klettern, aber die erste Seillänge war so rauh und unangenehm, dass wir uns für die linke Nachbarroute entschieden welche Anthtro po cene hieß. Mitlerweile war es aber dafür zu spät und so entschieden wir uns nur die ersten 8 der 17 Seillängen auszubouldern da die Route anhaltend schwer war. Von den 17 Längen waren nur 3 mal 6er Längen der Rest war schwerer. Am zweiten Tag ging es dann richtig los. Die Längen gingen flott von der Hand und die Kletterei war meist steil und sehr abwechslungsreich. Die Eintufung der Längen war eher dankbar und die Längen waren angenehm kurz. Auf der ersten Hälfte war der Fels selten scharf und es gab sogar tolle Züge mit Löchern und Untergriffen. Im oberen Teil nahm der scharfe Fels leider zu und so mußten wir noch einmal kräftig die Zähne zusammenbeißen. Mittlerweile merkten wir, dass wir ganz schön geschafft waren und freuten uns als wir nach 9h endlich am Ausstieg ankamen. Der Blick von oben war anders als wir vermutet hätten. Die Schlucht endete unweit des Tadrate in einer Hochebene. Auch Bäume wuchsen nur in der Nähe der Schlucht und ringsherrum war eine karge Steinwüste die nur lebensfeindlich war. Als es dann anfing zu Regnen, beeilten wir uns abzuseilen. Die überhängende Wand bot uns ausreichend Schutz und es hörte auch auf zu regnen. Dennoch hatte ich keine Lust ein eventuelles Gewitter in dieser Wand zu erleben denn in der vorangegangenen Nacht hatten wir bereits eins erlebt.
Das erlebte Gewitter war sehr beeindruckend gewesen. Der Donner hallte durch die Schlucht wie Geschützdonner in einer Schlacht. Die Blitze tauchten die Schlucht in gespenstiges Licht und die Windböhen unsere Grotte in Regenschauer.
Zum Glück blieb uns dieses Erlebnis in der Wand ersparrt und die Wolken verzogen sich.
Noch im tageslicht kamen wir zu unserer Grotte und zur Feier des Tages gab es Spagetti.
Topo Anthro po cene



Die erste 7c Länge

Oben wird es noch mal stachelig

Von wegen hinterm Horizont gehts weiter, die Schlucht hört einfach auf

Und trotzdem oben


Sul Fillo della Notte 7c+,7b obl 600m
Lange Zeit fragte ich mich, warum diese Route "Kinder der Nacht" heißt und endlich weis ich es. Die Kletterei ist so homogen und der Fels so unübersichtlich, das man um diese Route zu klettern im dunklen aufstehen und sehr wahrscheinlich auch im dunklen zurückkommen wird. Dennoch ist dies mit Abstand die Beste und beeindruckenste Route welche wir hier geklettert haben, den der Fels und dessen Qualität ist einfach grandios. Von unten sieht die Wand glatt aus und man kann erahnen, das die Oberfläche rauh ist wie Spritzputz nur viel fester. Das macht das ganze sehr sehr unübersichtlich. Zum Glück kommen gelegentlich tiefe Tropflöcher welche den Fingern und vor allem den unterarmen etwas Entspannung bieten. Am ehesten kann man die Felsqualität mit Ceüse vergleichen also die Creme dela creme. Die Kletterei ist sehr homogen und die Seillängen sehr lang. Zudem kommt hinzu, das die Absicherung gerade so ausreichend ist und die Hakenabstände zwischen 4-10m liegen. Bei dieser Kletterei drückt das schon auf den Kopf und man hält sich mehr fest als eigentlich nötig. Auch ist es nicht immer leicht die Richtige Variante zu finden und man klettert voller verzweiflung in eine Sackgasse. Das blieb uns zum Glück ersparrt, aber Issy war nahe dran und schon weit über dem nächsten Haken als er die Flucht nach vorne ergriff. Zurück ging es nicht mehr und der nächste Hacken war mehrere Meter rechts von ihm und in Fußhöhe. Irgendwie schaffte er es noch diesen zu klippen und stürzte kein einziges mal. Ja Issy gelang es die gesamte Route os/ flash zu klettern wobei er die Crux vorstieg. Ich war da leider nicht so Glücklich, denn ich durfte die Schlüsselstelle zweimal machen. Die extrem weiten Züge an den winzigen Leisten und Löcher kamen meiner Statur nicht gerade entgegen. Ist zwar etwas ärgerlich aber was solls. Jedenfalls ein beeindruckendes Erlebnis und eine grandiose Leistung des Erstbegehers Rolando Larcher der 2003 mit seinem Team die wenigen Bohrhaken weit nach oben geschafft hat und in dieser Mauer eine so homogene Linie geschaffen hat. Die Einstufung der Längen ist sehr straff. Da die Kinder der Nacht unserer Meinung nach schwerer und anspruchsvoller als Anthe po Cene ist bleibt diese wahrscheinlich nur wenigen Leuten vorbehalten. Nach dem Wandbuch unterm Gipfel hatten wir die 7. Begehung.
Durchweg geiler Fels

Die letzte 7c



Die 7b+ ist wie jede Länge in dieser Route lang, sehr schwer und sehr unübersichtlich.


Topo Kinder der Nacht

Babel 7c+, 7a+ oblig
Eigentlich war dies eine unserer wichtigsten Routen welche wir machen wollten und zudem noch mit 850m die längste Route. Die Wand ist gut von Saids Gite d'Etape zu sehen und wir wollten 2008 rechts davon eine Erstbegehung machen allerdings war es damals viel zu kalt in der Nordseite. Dieses mal stimmte das Wetter und da die meisten Leute die ersten Seillängen welche direkt vom Fluß aus einer engen Schlucht starteten. Da wir nach der anstrengenden Anreise was kurzes für den ersten Tag suchten war Babel unsere Wahl. Der Zustieg war kurz und wir mußten nicht im Dunklen aufstehen. Die Kletterei war anspruchsvoll und das Gestein unangenehm glatt so das wir oft wegrutschten. Wir waren beide nicht begeistert, aber schoben es auf das fehlende Kalksteingefühl und es ging erst einmal für eine Woche hinter in die Tadrate Schlucht. Nachdem wir zurückkamen ging es erneut in die Babel. Auch beim 2. Mal war die Kletterei unangenehm glatt und nicht besonders toll besonders nachdem wir die tollen Routen am Tadrate geklettert hatten. Beim nachziehen geschah es dann, die Schuhe von Issy lößten sich in der 8. Seillänge und vielen bis in den Fluß hinunter. Also mußten wir abseilen aber bei einem waren wir uns sicher noch einmal steigen wir nicht ein.
Babel, Topo der Erstbegeher

Babel die 1. Sl, Keile und Friends sind durchaus empfehlenswert


Atlantic Perverso 8a/8a+, 7b obli
Eigentlich ist die Nordseite des Ojedad nicht gerade beeindruckend, da sie alzuoft von großen Bändern durchzogen wird. Dennoch sehnten wir uns wegen der brennenden Sonne nach Schatten und entschieden uns für Atlantic Perverso auch wenn wir den Namen nicht so richtig deuten konnten. Die Route wurde 2011 von Italienern Erstbegangen und Wiederholer waren positiv erfreut. Das einzige was bemengt wurde war, das der 6. Stand unlogisch in der Mitte der Crux steckte. Da war es für mich von anfang an eine Herausforderung die Länge 6 und 7 zusammenzuhängen doch das war schwerer als gedacht. Zum einem fehlten nach der Sl 1, Sl 4 und Sl 5 die Borhaken am Stand da man auf den Bändern in die Wand laufen konnte. Was nicht niet- und nagelfest war wurde von den Berbern einfach abmontiert. da war es schon sehr vorteilhaft 2 Muttern und eine Hakenlasche dabei zu haben um diese über den Schwerlastanker zu Schrauben. !!! Also für Aspiranten unbedingt Mutter und Hakenlasche einpacken!!!
Die ersten Längen waren erstaunlich abwechslungsreich und von der Absicherung eher harmlos. Es gab Sinter und Wandkletterei und in den leichten Längen waren Friends und Keile notwendig. So kamen wir zum großen Überhang welcher echt beeindruckend aussah. Das Ausbouldern der ersten der beiden Längen war nicht so wild, denn es war sehr schöne athletische Ausdauerkletterei. Ohne guten Ruhepunkt ging es in die nächste Länge wo ein Leistenboulder mit sehr technischen Zügen viel kreativität und Zeit verlangte. Da waren wir schon froh das der Sichernde bequem auf dem großen Band unten stand, statt am Hängestand in der Mitte der Crux. Die Lösung ging gerade so auf und es blieb anspruchsvoll. Beim Abseilen am Hilfsseil welches ich am oberen Stand zurückließ sah man das die beiden Langen auf 50 m gut 7 m über hing. Wärend Issy die Längen gleichfalls ausboulderte konnte ich gemütlich auf dem Band abhängen und was sich eher etwas wie Klettergarten anfühlte. Als ich dann am Zug war schleuderte ich mich nach oben und war eigentlich am ersten Stand total gepumpt. Ich schaffte es mich ein wenig zu erholen aber viel Kraft war nicht mehr in meinen Unterarmen. Verzagen hilft ja bekanntlich wenig und so biss ich mich weiter durch. Zweimal drohte ich beim weitergreifen rauszukippen und konnte den Körper gerade noch stabilisieren um den Zielgriff einzusortieren. Auf diese Weise erreichte ich nach 50m den 2. Stand und freute mich den Hängestand weggelassen zu haben. Ob das ganze zusammen jetzt nun 8a oder 8a+ ist weiß ich nicht aber der erste Teil ist eher nur 7c+. Ich freute mich riesig und als Issy total platt bei mir ankam dachte ich eigentlich er würde mir die kommende 7c+/8a Platte überlassen. Da Issy bereits mehrfach gezeigt hatte wer von uns beiden der König der Plattenkletterei ist ließ er es sich nicht nehmen und Kletterte die Länge sogar on sight. Leisten zustellen und schlecht stehen ist halt voll sein Ding. Bei mir war es im Nachstieg noch deutlich knapper, denn die Tritte waren zu weit unten und eine Alternative gab es nicht. Nur rohe Gewalt wahr da noch die Lösung aber auch ich war noch ganz schön platt. Als das geschafft war kammen wir leider dazu zu Erfahren, warum die Route Atlantic Perverso hieß, denn es waren 7a schwere vom Gras zugewachsene Risse zu Klettern die man sich wirklich sparen kann aber naja wir wollten halt alles Klettern und so gärtnerten wir unseren Weg nach oben und zum Glück blieb uns folgende Erfahrung ersparrt " Das Atlasgras das war sein letzter Griff, bevor er in die tiefe pfiff"


Erst steil, dann senkrecht (hier der 2. Teil der 8a+)...
... und dann ab zum Gärtnern.
Topo Atlantic Perverso.
Susurro Berber 7b+, 6b obl
Da wir nun schon den 3. Tag in Folge kletterten, suchten wir uns eine Route mit kurzem Zustieg und nicht so schwer. Unsere Wahl war sehr glücklich und gleich rechts der Route Zebda an den schönen Karstquellen des Ortes gelegen. Schon eigenartig, das nur diese Quellen das Leben in dieser Steinwüste ermöglichen. Es sieht zudem sehr bizarr aus wie ca. 1000l pro Sekunde aus verschiedenen Löchern eines riesigen scheinbar massiven Kalkfelsen strömen. Während wir kletterten sahen wir die Kinder des Dorfes welche lachend unterhalb der Quelle spielten. Unsere Route war auf jeden Fall eine gute Wahl und die Kletterei war sehr ausdauernd und abwechslungsreich. Bereits nach 3 Stunden waren wir am Ausstieg und freuten uns auf den kühlen Schatten denn die Wand war leider in der Sonne. Da das Seil sich nicht abziehen ließ durfte ich die letzen beiden Längen noch einmal Klettern. Da wir jedoch eine MikroTraxion dabei hatten, blieben mir zum Glück ein 60 m Aufstieg mit einer Brusikschlinge ersparrt. Noch am gleichen Nachmittag verließen wir Taghia und fuhren für die letzen Tage nach Marrakesch. So gingen mein zweiter Besuch in Taghia mit knapp 3000 Klettermetern zufrieden und geschafft dem Ende zu und ich freute mich wieder auf zu Hause.
Topo Susuro Berber


Issy in der sehr anstrengenden 7a+


Eine der vielen Karstquellen von Taghia



--Und da sagt einer es gäbe keine Zweibeinigen Mulies



Marrakesch

Die Suks von Marrakesch

El Fna

Anbei noch ein paar Topos von neueren Routen als Info welche wir zwar nicht geklettert haben. Vielleicht hilft es ja ein paar Leuten bei der Urlaubsplanung.
Topo Skylarking

Topo Raum der Wünsche

Topo Golden Age

Topo Intoxication

Topo Hard Swig and Zellow Soup. Rechts unten die Einstufung der Wiederholer

Übersicht zum Topo Sulayr

Topo Sulayr

Dienstag, 16. September 2014

No country for old men, Linesco Wall Tessin




Es stand mal wieder ein seltenes freies Wochenende vor der Tür und das Wetter wußte nichts davon. Ein massives Tiefdruckgebiet hatte sich in Deutschland festgesetzt wie eine fette Kröte und drängte langsam aber sicher in die Alpen. Mit jedem Tag den das Wochenende näher rückte mussten mehr potentielle Ziele verworfen werden, bis wieder einmal nur das Tessin übrig blieb.
Diese kleine Exklave wo das Wetter sich wie durch Zauberei ändert wenn man aus dem Tunnel das Gotthard bzw. St Bernadino kommt. So war es auch dieses mal wieder. Die ganze Zeit nur Dauerregen und Grau in Grau.
Es  war mitten in der Nacht, als wir im Tessin ankamen  doch sahen wir vereinzelte Sterne blinzeln. Als wenig später der Wecker klingelte hatten sich die Sterne vermehrt und es war ein wolkenfreier Himmel mit einem schönen abnehmenden Mond zu sehen. Trotz wenig Schlaf packten wir bereits andächtig im Dunklen die Sachen. Die Entscheidung des Zieles fiel im letzten Moment und war dennoch nicht so spontan wie man denkt. Bereits seit vielen Jahren spielten wir mit dem Gedanken diese Route zu probieren aber verwarfen dies immer wieder aus verschiedenen Gründen. Zum einen konnte es in diese Wand sehr heiß werden. Da erschienen uns die 20 Grad nach dem Wetterbericht genau richtig. Zum anderen, weil die 11 Seillängen so moralisch anspruchsvoll zu Klettern waren, dass dies ohne Kenntnis der Route nicht wirklich in einem Tag zu Klettern sein. Bei so einer Kletterei braucht man sehr lange um sich schleichend die leichteste Linie in dem Sicherungsarmen Gelände zu suchen. Da kommt man nicht wie üblich auf ½ h pro Seillänge sondern eher auf 2h im Durchschnitt. Anders sieht es aus, wenn man die Route kennt, aber für zweimal einsteigen reichte die Zeit nicht aus, denn wegen der Rückfahrt hatten wir quasi nur 1,5 Tage Zeit.

1. Länge, da hatten wir noch alles vor uns.

3. Sl, Glatt und wenig sicherung


Mit „Non e un paese per Vecchi“ oder im englischen „No country for old men“ haben Luca Auguadi und Matteo Della Bordella in der 430m hohe Wand eine echte Granate eingebohrt. Die Ironie des ganzen ist das man nicht wirklich von eingebohrt reden kann den 20 Haken (ohne Stände sind auf die Wandhöhe und 9 mal französische 7er Längen sind  alles andere als viel. Zwar war das ganze nicht wirklich gefährlich denn es gab kaum Bänder auf welche man stürzen konnte, aber die Bohrhaken waren permanent so weit nach oben geschafft worden, das auch das 7b+/7c obligatorisch (zwingend zwischen den Haken zu klettern) durchaus gerechtfertigt ist. Allein schon die Tatsache dieser obligatorischen Schwierigkeit hing wie eine dunkele Wolke in unserem Hinterkopf.

Issy in der 4. Sl

Etwas unschön ist es sich die einzigen natürlichen Strukturen mit Gewächsen zu teilen. Auch das Gras ist hier sehr stachelig, bietet aber dafür griffig.
Also wieder zurück zum Sachen packen. Auf Grund des zu erwartenden Anspruchs entschieden wir uns für etwas Ungewöhnliches. Um überhaupt irgend eine Chance zu haben den Ausstieg zu erreichen entschieden wir uns das Portaledge mit in die Wand zu nehmen um in der Route zu Schlafen. Bei so einer kleinen Wand eher ungewöhnlich habe ich das Portalege sonst nur am El Capitan mit seinen 1000m genutzt. Dies bedeutete zwar schweres Gepäck, welches wir über die schier endlosen steilen Grashänge schleppen mussten, aber das ist ja alles nur Training. Trotz aufstehen im Dunkeln war es erst um 9:00 Uhr als wir einstigen und so verschaffte uns das Portaledge wenigstens die Sicherheit den ganzen Tag Zeit zu haben und klettern zu können bis es dunkel wurde.
Der Gneis an der Linesco Wall ist erstaunlich Strukturlos, was vielleicht auch ein Grund ist, warum es in dieser gigantischen Wand nur 2 Routen gibt. Die Linienführung ist alles andere als gerade und mehr als einmal hatte man trotz sehr langer Expresschlingen so viel Seilzug das man nicht mehr weiter kam. Es ist unter anderem auch ein Kopfproblem eine 1m lange Expressschlinge in einen der wenigen Sicherungspunkte einzuhängen, wenn die nächste Sicherung in weiter Ferne liegt. Gegen 10:00 Uhr kam leider schon die Sonne in die Wand und es wurde sehr warm. An den Händen ließ sich die Wärme ja noch aushalten obwohl die Wand binnen weniger Stunden heiß wie eine Herdplatte wurde. Doch das schlimmste waren die Füße in den Kletterschuhen. Diese schmerzten schon in der  2. Seillänge, denn ich hatte einen fatalen Fehler begangen bei der Wahl der Schuhe begangen..
Wer Kletterer kennt weiß, das die Wahl des richtigen Kletterschuhs für den Erfolg entscheidend ist.. So ist es üblicherweise eine zeitaufwendige Angelegenheit vor einer langen Route die richtigen Schuhe auszuwählen. Ich hatte mich für einen neuen Schuh von 5.10 (Pinky) entschieden, weil der Vorgänger ( Verde) nicht mehr hergestellt wird und genau dies war fatal. Selbst auf großen Leisten konnte ich nur mit großer Mühen stehen, den der Schuh ist weich wie Butter. Also gab es nur die Möglichkeit den sehr engen Schuh anzuziehen, welchen ich ausschließlich für den Durchstieg der schweren Längen mitgenommen hatte und in welchen man es im Schatten gerade mal 30 Minuten aushält bevor die Füße absterben.
 Nun stellt man sich vor man steht auf kleinen Tritten auf einer Reibungsplatte endlos weit weg von der letzten Sicherung und sucht nach einem Weiterweg. Deshalb muste ich vorher die Entscheidung Treffen, ob mir nach wenigen Minuten die Füße absterben sollten weil der Schuh zu eng ist oder aber ob ich permanent das Gefühl haben wollte ich stehe nicht und das weit überm Haken. Auf diese Art und Weise quälte ich mich einen ganzen Tag lang und meine Moral war am Abend voll im Eimer.

Entlich wieder in die Kletterschuhe..

.. das tut sogar beim hinschauen weh. Aber wenigstens ist es schön warm.

Mit dem Dunkel werden erreichten wir den 6. Stand also etwas mehr als die Hälfte der Route. Wir hatten uns beide ausgezeichnet gegruselt und waren zum Teil etwas schmutzig denn die Route war etwas zugewachsen und musste beim Klettern gereinigt werden. Zu den anhänglichen Gewächsen dieser Wand sind neben Flechten, ein sehr stacheliges Gras und vor allem Rosensträucher zu nennen. Diese bissen sich an uns fest und wollten uns am Weiterklettern hindern. Auch an unserem Schlafplatz gab es einige davon und so pickste es mal hier mal dort.
Als die Sonne aus der Wand war und genossen wir die Kühle und sahen uns nach einer Schlafmöglichkeit um. Da der Stand zum Aufhängen des Portaledges nicht geeignet war, nutzten wir den 1. BH der Nachbarroute die unseren Weg hier kreuzte. Dadurch war der Haken 5m über uns und damit wir neben dem Band hingen musste dieser verlängert werden. Das hatte zur Folge, dass unsere Schlafgelegenheit bei jeder Bewegung kippelte und verrutschte. Ich habe schon viele male im Portaledges gesessen aber dieses mal war es schlimm wie leicht es kippelte und verrutschte. Es kam sogar so weit das ich die Nacht davon träumte dass uns unsere Schlafgelegenheit abwirft.
Es wurde jedenfalls eine unruhige Nach obwohl die Temperaturen angenehm und der Sternenhimmel und das Ambiente grandios waren. Vielleicht hatten meine Nerven  den Tag auch nicht gut überstanden und so fühlte ich mich auch am folgenden Morgen.
Es sah nicht gut aus für uns am Morgen des nächsten Tages obwohl wir wieder im Dunklen unser Morgenmahl aßen. Vor uns lagen noch 3  x 7c Längen eine 7b und eine 6b und da wir noch 9h Rückreise hatten auch nicht so viel Zeit. Der Start war schleppend und wegen einer versteckten Leiste die sich nicht einmal erahnen ließ dauerte diese Länge schon viel zu lange. Die eigentliche Heldenleistung erbrachte Issy in der ersten 7c Länge. Eine glatte Verschneidung war über einen mutigen Quergang mittels einem zugewachsenen Riß und schlechter Absicherung zu erreichen. Als Issy sich endlich zum Haken in der Verschneidung hoch gekämpft hatte atmete ich erst mal auf, denn bis zum Stand konnte er jetzt ja nicht mehr stürzen. Was dann folgte, war so beeindruckend, dass ich selbst im Nachstieg Angst hatte. Weite Züge in einer Verschneidung mit flachen Griffen. Issy zögerte kaum und schleuderte sich hoch. Er blieb immer gerade so hängen und presste sich komisch in die Verschneidung. Im Nachstieg erfuhr ich auch warum dem so war. Einmal in der Verschneidung war ein weiter Sturz die einzige Möglichkeit des Rückzuges und Ruhepositionen gab es nicht. Die einzigste Möglichkeit nicht zu Stürzen lag darin die Flucht nach vorne zu ergreifen. Doch es gab kein rettendes Ziel was man erreichen konnte, keinen rettenden Zielgriff welchen man anvisieren kann. Es blieb schwer und man musste zu 100 % wollen. An dieser Stelle war der Wegname (Nicht für alte Leute) Programm und ich fühlte mich auf einmal sehr alt.
Durchaus nervlich vorbelastet und vom Anblick der grünen grifflosen Platte eingeschüchtert beging ich den Fehler meine Länge Issy zu überlassen denn der Quergang ging gut und die Crux war am Bohrhaken. Allerdings war die Absicherung für den Nachstieg eher schlecht denn ich schoss ein großes Pendel als mir in der Crux der Fuß vom Tritt rutschte.
7c Reibung mit starken Algenbewuchs

Es folgte noch ein riesiger Überhang welcher sehr anstrengend war und das wir um 15 Uhr am Ausstieg standen war einzig Issy zu verdanken der zielstrebig und bereitwillig vorstieg, weil meine Nerven nicht mehr die Besten waren.
Was folgte waren nicht etwa eine Gipfelrast und Entspannung sondern Abseilen mit dem Portaledge und dem Haulbag, ein 1,5h Dschungelmarsch über die steilen Wiesen welche ohne Fixseile unpassierbar wären und 9h Autofahrt.
Wie man also sieht, mal wieder ein erlebnisreiches Wochenende mit Abenteuerkletterei die einem das Fürchten lehren kann. Wie sich herrausstelte hatten wir auch noch die 2. Begehung. Ich bin mal gespannt, wer noch diesen Weg Klettern wird. 
Die Linesco Wall im Nachmittagslicht des Abstieges

Issy beim Abstieg