Mittwoch, 22. Mai 2013

Father Time



Um nun richtig zu sehen ob Issys Ellenbogen im Nachstieg mehrere Tage durchhält wählten wir den kleinen schattigen Bruder des El Cap den Middle Cathedral Rock. Er ist zwar nur 600m hoch, genau gegenüber vom El Cap aber schön schattig.
Die passende Route war auch schnell gefunden, denn im Oktober beendete Mikey Schäfer nach über 50 Tagen die Route Father Time.
Topo Father Time Middle Cathedral Rock

Das bemerkenswerte an dieser Route ist, dass wenige Tage nach der Erstbegehung Alex Honold die 2. Begehung holte und Tommy Caldwell und Jonathan Siegrist es zeitlich nicht in einem Tag bis hoch schafften. So planten wir Essen und Trinken für 2 Tage und nahmen das Portaledge mit. Dadurch war der Haulbag echt schwer aber wenn so gute Leute es nicht ganz bis hoch schafften, dann wollten wir doch sicher sein, dass wir genug Zeit für den Durchstieg jeder einzelnen Seillänge hatten.
So ging es  nach einem halben Ruhetag zum Einstieg wo wir schliefen da wir ohne Auto nicht sehr flexibel sind und der Shuttle Bus zum El Cap noch nicht fährt. Eigentlich hätten wir zwei Tage Pause gebraucht aber die Zeit war gegen uns und viel zu kurz. Da Issy nicht vorsteigen konnte was ihm irgenwie Leid tat und er somit um das Haulen herum kam, schleppte er tapfer den Haulbag zum Einstieg.
Father Time im Morgenlicht
Wir hatten eine schöne Nacht und im Morgenlicht bekam die Wand sogar etwas Sonne. Trotz des Haulens was etwas nervte da der Haulbag mit Portaledge bereits bei 40 kg war, war die Kletterei genial. Der Fels war bombenfest die Linie Logisch und die Absicherung ausreichend aber nicht zu gut. Kurz, genau richtig und sehr motivierend.
Die erste 5.12er Länge mit genialer technischer Kletterei

Dennoch benötigten wir den ganzen Tag für die ersten 13 Seillängen. Damit brachten wir die erste Crux 5.13b noch am Abend kurz vor Sonnenuntergang hinter uns. Die "Boulder Pitch" war kurz und schwer, aber es reichte gerade noch so um im letzten Tageslicht durchzusteigen. Wir fanden, dass die mit Bohrhacken abgesicherten Längen deutlich schneller gingen als die gelegendlich eingestreuten Trad Seillängen. Auch war es trotz des geringen Racks erstaunlich, dass der Gurt mit allem Gear und dem Haulseil schnell mal mehr als 10kg wiegt. Da ist jede Minute die man länger an den Armen hängt extrem anstrengend. Nach der Länge 13 fanden wir einen genialen Platz um das Portaledge aufzubauen und wir waren genau gegenüber vom El Cap. Wir waren echt glücklich so einen schönen Platz gefunden und in dem Meer aus Granit etwas zum Schlafen dabei zu haben. Als es dann dunkel wurde, leuchteten am El Cap an verschiedenen Stellen Stirnlampen auf und das 3D Kino war einfach nur genial. Ein Paar Seilschaften stiegen gerade an der Nose aus ein paar andere kletterten im dunklen weiter und wieder andere bereiteten sich am Einstieg der Nose auf den folgenden Tag vor. Wenn es einen schöneren Platz zum Schlafen gibt als in einem Portaledge mehrere Hundert Meter über dem Boden dann ist mir dieser noch nicht bekannt.

Himmelbettledge
So wurde es eine stille Nacht nur gelegendlich hörte man das Klagen von Issy dessen Fingerspitzen extrem schmerzten. Der rauhe Granit und das Magnesia hatten die Haut unter seinen Fingernägel so angegriffen, dass jede Bewegung schmerzte. Da nützte auch meine Handcreme für die überlebenswichtige Handkosmetik in steilen Wänden nur wenig. Auch die Fingernägel reißen gerne ein durch die scharfen Granitkristalle, welche sich gerne einmal darunterbohren. Wenn es allerdings nur das ist, damit läßt sich leben.






Am nächsten Morgen nach dem Frühstück und allem was man Morgens normalerweise verrichten muß hatten wir noch 2 mal den Grad 5.13b vor uns. Das ist zum Aufwärmen ganz schön schwer und dann noch zum selber Absichern. Die Erste Länge, welche ironischerweise "Athletic 5.12c" hieß, war eine so ausdauernde Hangel bei welcher man nur auf Reibung steht. Anfangs konnte ich mir bei der Absicherung einen Durchstieg zumindest nicht vorstellen.
Issy in der "Athletic 12c" die 13b Crux von Father Time nach meinem Gefühl

Nach ausreichenem ausbouldern und unter Issys Anfeuerungen gelang diese im 2. Versuch. Noch schlimmer sah es in der nächsten Länge aus. Eine schmale Verschneidung die nur zum Beginn eine Spur von Riß aufwieß.

Die letzte 5.13er Länge
 Was danach kommt war fraglich und wie man das Klettern sollte ebenfalls. Diesmal hatte die Lösung wenig mit Kraft zu tun. Es war ein Stützen und Pressen wo man jederzeit auf den nicht vorhandenen Tritten aus der Verschneidung rutschen konnte. Lediglich einige Punkte Magnesia markierten die Stellen, wo man hintreten mußte und kaum noch lose Kristalle den Kletterschuh in einen Rollschuh verwandelten. Da war das sächsische Füße abwischen für den Durchstieg unabdingbar, denn immer wieder knirschte es unter den Füßen. Wie diese Länge im 2. Versuch ging kann ich nicht sagen aber es fühlte sich auf keinen Fall so unmöglich schwer an wie es Aussieht. Die letzten Längen gingen dann besser und wir ließen den Haulbag hängen. Da uns das Essen ausging und nicht noch eine Zweite Nacht in der Wand geplant war seilten wir im dunklen mit Stirnlampen ab. Das Abseilen im Dunklen ist echt gruselig vor allem weil wir die Route verfehlten. Auch wußten wir trotz Lampen nicht wo in dieser gigantischen Schwärze sich der nächste Abseilstand befand. Wir waren extrem müde, hungrig und orientierungslos. Irgendwie schafften wir es dennoch in 2-3 Stunden bis runter. Das Seil was sich beim letzten mal Abseilen verfing ließen wir für die Nacht hängen, es war uns im Moment einfach nur egal denn wir wollten nur noch Essen und Schlafen. Am nachsten Morgen (was heute ist) leider ohne gescheites Frühstück, trampten wir zum Camp 4 und aßen erst einmal. Wir sind eigendlich fix und alle, aber da uns die Zeit unter den Fingern verrinnt, geht es morgen wieder in die Wand. Diesmal ist El Corazon das Ziel der Wahl und wir planen 5 Tage ein mal sehen was daraus wird Issy meint jedenfalls das es mit seinem Arm geht.

Wir versuchen doch noch den El Cap Issy meint sein Ellenbogen macht das mit


Sonntag, 19. Mai 2013

Wenn Träume sterben

Issy beim Zustieg zum Mt Watkins
Size matters...
Erst hatte Issy 4 Wochen vor dem Abflug seinen Arm in Gips und dann sind wir aus dem Camp4 geflogen. Irgendwie haben wir dieses mal nicht gerade viel Glück aber ganz langsam von vorne. Aus ungeklärten Gründen, hatte Issy am rechten Ellebogen eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis Olecrani - klingt besser ;). Deshalb wurde der Arm eingegipst und ein striktes Kletterverbot für einige Wochen verordnet. Eine woche vor dem Valley konnte Issy zwar wieder klettern aber wie ich bei seiner Ankunft erfuhr nicht schmerzfrei. Ganz besonders bei Klimmzügen und Liegestützen tat es noch weh. Da war Jümarn und Haulen ganz schlecht. Nach Issys Ankunft ging es gleich auf den El Capitan zur Salathe denn das Wetterfenster war etwas bescheiden. Seit meiner letzten Erfahrung auf dem El Cap und nur wenigen Klettermetern war ich vorsichtig geworden. Wenn 30% Niederschlagswahrscheinlickeit angesagt war, dann war das so gut wie 100% bei uns zu Hause. Wir schleppten also Essen für 8 Tage auf den Gipfel des El Cap um uns ausgiebig der Headwall der Salathe zu widmen. Die Tage in der Sonne waren brutal heiß die Abende waren angenehm lau. Das Ambiente war großartig und wie immer mit Issy war auch die Motivation gut. Es macht schon einen großen Unterschied, ob man alleine da oben ist oder mit einem Freund. Das steigert alle Erlebnisse ins Positive auch die unangenehmen des Schleppens. So verbrachten wir mehrere Tage in der Headwall der Salathe. Eigendlich sollte man meinen, das mehrere Tage für 60m ausreichen sollten aber es kam anders. Nicht umsonst splitteten die Erstbegeher (Paul Piana und Tod Skinner) die erste freie Begehung in 3 Seillängen. Obwohl die 3 Längen bereits zusammen durchgestiegen sind wollte ich erst einmal vorsichtig sein und mir die Längen als einzelne Ziele setzen. Die Erste und die Dritte Länge war nach mehreren Tagen vorstellbar, aber die mittlere Seillänge welche auch "Endurance pitch" genannt wird nicht in 3 Wochen. Die Crux kam genau am Ende der Seillänge und diese Züge gingen nur in 2 von 10 Versuchen. Das mag nicht so schlimm klingen, aber vorher ist man 35m geklettert und das ohne Ruhepunkt. Wenn man dann nach ausgiebigen Ruhen im Seil die Züge so selten zusammenhängen kann dann ist der Durchstieg mehr als unrealistisch. Wir hatten also bereits viel Zeit in die Salathe gesteckt und Issy hatte nur 3 Wochen Zeit in welcher die Salathe für ihn mit seinem Arm unmöglich und für mich unrealistisch war. also entschieden wir uns für das einzig Richtige. Das Projekt Salathe aufzugeben und mit kürzeren, etwas leichteren Routen schauen was mit Issys Ellenbogen wird. Wir waren gerade daran dies zu versuchen und sind die 3h zum Mt Watkins gelaufen als Kerstin anrief. Die Ranger im Camp 4 hatten durch irgend jemanden gesteckt bekommen, dass Kerstin und Leopold bereits seit über einer Woche im Camp 4 sind und die Ranger haben sie ohne Disskusion aus dem Camp verwiesen. Da für Kerstin das alleine mit Leopold nicht zu handhaben war rannten wir den Weg von Mt. Watkins zurück um ihr beizustehen. Zum Glück halfen uns die Leute die man über Jahre im Yosemite Kennengelernt hat für die erste Nacht, aber auf dauer gab es keine Lösung für Kerstin und Leopold im Valley zu bleiben. Issy und ich konnten leichter irgendwo unterkommen. Wir waren ohnenhin wenn überhaupt nur zum schlafen im Camp. So entschied Kerstin erst einmal eine Auszeit zu nehmen und zum Basti nach Berkley zu fahren. Ich blieb allein mit Issy zurück und jetzt müssen wir mal schauen was wir aus der uns verbleibenden Zeit machen. Nun sind einige Tage vergangen und wir haben wenigstens schon 2 Routen geklettert. Die erste war WESTI was die Freikletterbezeichnung des West Face am Leaning Tower ist (8 Seillängen 5.13a) und die andere Quantum Mechanics light am Leaning Tower (14 Seillängen 5.13a).

Quantum Mechanics light war gestern und mit Issys Ellenbogen geht es mittlerweile etwas besser. Solange Issy nicht haulen und vorsteigen muß wird es nicht schlimmer und auf Dauer etwas Besser. Das ist zwar für mich sehr anstrengend, aber so kann Issy jederzeit loslassen wenn der Ellebogen schmerzt und hält sich nicht unnötig lange fest. So ging es bei uns gestern zeitig los, denn die 14 Längen können etwas dauern. Wir hatten zwei Optionen. Die erste war Quantum Mechanics die Originalroute, welche etwas rechts quert und im oberen Teil noch einige schwere Längen hat und die zweite war die Variante von James Lukas, wo der untere Teil der Aidroute in überhängenden und anstrengenden Rissen folgt aber oben links etwas eher in Astroman mündet. In beiden Fällen ist eine Untergriffhangel im unteren Teil die Crux welche den Erstbegeher einige Tage bis zum Durchstieg kostete. Diese beeindruckende Rippe hangelt man 20 m nach links und es gibt keine Tritte.
Die Crux von unten.

Die Crux von Quantum Mechanics mit der hilfreichen Fußtechnick zum Weitergreifen und Schütteln.
 Die Crux kommt so ziemlich am Ende wo zum Glück ein Bohrhacken steckt. Zur Absicherung hat man nur große bis sehr große Friends und James Lukas meinte zu mir, das ein Friend pro Größe ausreichen würde. Das mag zwar stimmen wenn man die Route lange versucht hat aber besser ist wenn man 2 mal #4, 2 mal #5 und 1 mal # 6 Camelot hat. Da dies nicht der Fall war mußte ich zwei kleine Friends hinder eine Lose schuppe im Dach legen welche die Schuppe jeweils in die entgegengesetzte richtung schieben. Die Schuppe wackelte zwar, wenn man sich in die verbundenen Friends setzte was gruselig klang, aber es hielt. Das Ausbouldern der Länge dauerte etwas. Besonders die Crux fiel mir schwer. Aus einem schwer zu legenden Knieklemmer mußte man einen weiten Zug nach links zu einem Griff machen. Ich kam aber leider nicht bis hin. Als ich das irgenwie schaffte, war mein Knie letztendlich dort gelandet wo die rechte Hand hin gehörte. Also langsam aus dem Knieklemmer rutschen obwohl das volle Gewicht dran hing. Nach mehr als 10 Versuchen gelang die Einzelstelle, aber es fühlte sich wie runterfallen an. Nach dem Ausbouldern querte ich zurück zum Stand und gönnte mir eine kurze Pause. Ich war gespannt wie sich das ganze im Durchstieg anfühlen würde. Beim Durchstieg der zum Glück im 2. Versuch gelang kam mir ein Reflex zu Hilfe der mir beim Ausbouldern half. Als ich beim Hangeln einmal so gepumpt war, das ich zwar den großen Friend in die Untergriffrippe gesteckt hatte, jedoch keine Kraft mehr hatte diesen einzuhängen steckte ich verzweifelt den Fuß in den Riß und konnte durch diesen Toehook einhängen. Im Durchstieg nutzte ich diese neue Technik fast durchgehend. Ich bekam zwar Krämpfe im Schienbein aber ich stieg gerade so durch. Am Ende fand Issy sogar noch im Ende der Rippe einen Knieklemmer den ich gerne für den Durchstieg gewußt hätte.
Issy findet einen hilfreichen Knieklemmer in der Cruxlänge aber leider zu spät für mich.
Issy cruised 5.Sl.


Die überhängenden Verschneidungen im oberen Teil.
 So ging es weiter in überhängenden Rissen und da das Haulen des Gepäcks das Vorsteigen in teils feuchten Fels sehr anstrengend war, entschieden wir uns für die light Variante mit 3 extrem anstengenden Hangelverschneidungen und einem gruseligen losen Block.<br /> <br /> Am Ende stiegen wir glücklich und geschafft im letzten Tageslicht ab und schauten vorwärts zu neuen Zielen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Zurück im Yosemite Valley

Nach einer Woche Entspannung mit Kerstin und Leopold ging es am Freitag kurz vor Mitternacht ins Yosemite. Sebastian hatte sich übers Wochenende frei genommen und so blieben Kerstin und Leopold in Berkley. Da wir erst spät losgefahren sind, war unsere Nacht nur 2 Stunden lang aber wir hatte keine Lust am Astroman anzustehen. Wir waren noch nicht mit der 1. Länge fertig, als die nächste Seilschaft kam, also war das Aufstehen nicht umsonst gewesen. Es wurde ein schöner Tag in Bastis Wunschroute. Da ich Astroman bereits 1999 geklettert hatte war ich erstaunt was ich noch alles an Einzelheiten wußte. Die Schönheit der Kletterei wurde nur duch die brennendheiße Sonne und dem später drohendem Gewitter gestört. Zum Glück lösten sich die Wolken noch rechtzeitig auf und wir stiegen nach 8 Stunden über die haarsträubende letzte Länge aus. Am folgenden Tag begleitete mich Basti freundlicherweisese noch über die Eastledges zum Ausstieg der Salathe. Durch Basti's Hilfe konnte ich die 200m Statikseil, Zelt und Essen für 4 Tage mit einer Ladung auf den El Capitan tragen. Ich freute mich sehr über seine Unterstützung und seine Geselschaft denn die nächsten 3 Tage wollte ich alleine die Schlüssellängen der Salathe Wall ausbouldern. Der Wetterbericht war zwar alles andere als gut, ich war noch optimistisch eine 20%ige Regenwahrscheinlichkeit ist ja nicht so wild. Nachdem sich Basti am Abend auf den Abstieg machte, schlepte ich in 2,5h über 40 l Wasser vom Horsetailcreek zum Zelt und ging schlafen. Nach einer kühlen und verregnetten Nacht seilte ich in einer Regenpause an bereits hängenden Fixseilen in die Wand. Es war beängstigend und ich war wie gelähmt von der Situation. Ob dies an den 1000 m Luft unter der steil abbrechenden Wand, dem starken Wind, der Tatsache das ich hier oben ganz allein war oder den Temperaturen um den Gefrierpunkt lag kann ich nicht sagen. Nach langem zögern überwand ich mich nur mit der Micro Traxion gesichert entlang des Fixseiles hochzuklettern. Die Bewegungen fühlten sich steif an und von Kletterfluß kann gar keine Rede sein. Nachdem ich die 5.12a oberhalb des Long Ledge zum zweiten mal gemacht hatte, was eigendlich dem Aufwärmen dienen sollte fing es heftig an zu schneien. Ich war auf der einen Seite froh über die Ausrede, in meinem vor Angst steifen Zustand die Schlüssellängen nicht versuchen zu müssen, auf der anderen Seite wollte ich nur schnell aus der Wand raus. So leicht war dies dann doch nicht, denn ich mußte noch über 100 m an den Statikseilen aufsteigen und der  geschmolzene Schnee stürzte in Bächen auf mich hernieder. Die Regenjacke schützte mich zwar vor dem gröbsten aber die Hose wurde klatschnaß. So wurde die erste Nach nur kühl. Da sich das ganze täglich wiederholte wurde die zweite Nacht kühler und die letzte eisig. Das Wetter war echt verrückt. In 3 Tagen da oben, habe ich keinen einzigen Zug an der Headwall machen können, weil diese trotz der Steilheit naß war. Beeindrucken sah es schon aus. Gestern wurde ich bis auf die Haut durchnäßt als ich in die PreMuir abseilte um dort Wasser für eine Begehung zu deponieren. Nicht das das Abseilen im dichten Nebel in einer unbekannten Wand ohnehin schon gruselig war. Erst richtig gruselte ich mich, als es anfing zu Regnen und zu Schneien. Also nützte es alles nicht ich mußte wieder hoch. Das hieß bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einem Wasserfall jümaren. Alles unterhalb der Regenjacke wurde naß und zum glück sind die Seile nicht eingefroren. 9 mm Nylon kommen einem in solch einer Situation sehr sehr dünn vor. Nach der Aktion mußte ich ohnehin ins Tal abteigen obwohl das Gefühl und das Geräuch in dem Schuhen eher an Wandern in Tiefen Schlamm erinnert. Jedenfalls wieder ėine kühle feuchte Nacht aber in wenigen Stunden kommen die Wechselsachen mit Kerstin, Leopold und Issy.

Montag, 29. April 2013

3000 Klettermeter später,

So nun sind wir wieder auf Achse und haben etwas Zeit was zu Schreiben . Unser Besucher hat uns gestern verlassen, damit er pünktlich nach dem Tag der Arbeit diese wieder aufnehmen kann. Deshalb der Titel diese Posts, den in den 2 Wochen während wir Besuch hatten sind wir auf etwas mehr als 3000 Klettermeter gekommen, was eine gute Vorbereitung für den El Capitan war. Die meisten Klettermeter haben wir sicherlich im Zion gemacht wobei nicht alle Routen das herausragende Gestein von Moonlight Buttress haben. Seht empfehlenswert und abwechslungsreich empfanden wir Silverback 5.12d ( links vom Monkeyfinger) wo von Kamin über Schulterrißrinne, Handriß, Hangel bis hin zu Fingerriß alles dabe i war. Der Fingerriß war in der letzten Länge und außerdem auch die Crux. Obwohl dieser mich im on sight b eim letzten schweren Kletterzug im Riß abwarf freute ich mich trotzdem über meine Fortschritte beim Klettern mit Trad Gear. Ich bin bis Anschlag geklettert und habe sowohl rutschende Füße als auch dynamische Züge beherzt hinter mich gebracht. Da diese Wand leider zum Mittag in die Sonne kommt,  wurde es im Rotpunkt etwas warm an den Füßen. Das war auch zunehmend ein Problem im Zion, es wurde in der Sonne zu warm und uns gingen die lohnenden, schweren und schattigen Routen aus. Nicht zuletzt weil Angels Landing, mit der höchsten NO-Seite m Zion, wegen Wanderfalken gesperrt war. So fiel unsere Wahl am letzten Tag auf Sheer Lunacy (5.13b bzw. 5.12c) je nachdem wie man die vorletzte Seillänge klettert. Leider gibt es auch in dieser Route einige brüchige und sandige Längen, aber das ist ja hier üblich. Da die Sonne am Nachmittag aus der Wand dreht hatte ich den Vormittag mit Kerstin und Leopold und am Abend holten uns die beiden vom Einstieg ab. Das war ein würdiger Abschied vom Zion und da wir vergessen haben die Bilder zu kopieren, sind sie ohne uns auf dem Weg nach Deutschland und nicht hier im Blog. Kurz vorher machten wir noch einen Abstecher in die Red Rocks und kletterten mit Rainbow Country eine 12d Variante (4 von 15 Längen waren verschieden) zur genialen Rainbow Wall 5.12b. Eine Wand mit sehr gutem festen Fels. Das Original ist eine absolute Empfehlung, da die einzigen brüchigen Längen in der Variante waren.
 Jetzt sind wir mit Umwegen auf dem Weg zum Basti, wo wir in Monteray ins Aquarium gehen wollen und uns natürlich mit Besuch des Zoos 2 Tage San Francisco gönnen. Zur Zeit lassen wir uns es alle 3 in den heißen Quellen von Bishop gut gehe. Irgendwie sind die 42 Grad Wassertemperatur deutlich angenehmer als selbige als Außentemperatur im Death Valley wo wir gestern Abend durchgefahren sind.

Montag, 22. April 2013

Was lange währt wird gut (Moonlight Buttess)

Nach 2 Tagen Schnee und Regen wurde das Wetter besser. Unser Gast aus Deutschland, der in den Untiefen des Internets weder namentlich noch auf Bildern erwähnt werden will (Anbei ein heimlich Bild unseres Gastes, moonligt buttres 7. und 5 länge)



und meine Wenigkeit gingen also wieder einmal Klettern. Nach einem morgendlichen Fehlversuch und einem mehrstündigen Spalziergang zu den 3 Marry und zurück stiege wir nach15 Uhr in Monkeyfinger 5.12b ein. Die 8 Seillängen gingen uns so gut von der Hand, das wir im oberen Teil eine Kamin mit einer 5.12b Variante umgingen. Die Route ist absolut genial und einzigartig. Verschneidungen mit vom Eisenoxid extrem glatten Wänden und Risse die viel zu oft die gleiche Größe an Friends verlangen. Alles in allem eine sehr schöne Kletterei, sofern man die letzten beiden Längen wegläßt denn die sind nur Bruch. Eine idealer Einstieg für eines der großen Ziele auf unserer Familientour. Der Name des Zieles lautet "Moonlight Buttress". Diese geniale Linie mit 11 Seillängen, wobei 5 mal der 5.12te Grad verlangt wird, stand schon 2009 auf meiner Wunschliste. Ich hatte auch schon genaue Vorstellungen wie ich diese Linie bezwingen wollte. Mein Traum wäre eine on sight Begehung idealerweise im Team. Das Ziel war wie immer recht hoch also ging es zeitig los. Da wir die Flußquerung vermeiden wollten, büßten wir durch den freiilig gewählten viel zu langen Zustieg eine Stunde ein. Als wir fast am Einstieg waren kamen auch noch zwei andere Seilschaften. Das Rennen war also eröffnet. Wir waren zwar die Ersten aber die Anderen kannten die ersten 4 Längen schon vom Vortag und jagden uns dadurch gewaltig. Obwohl wir zügig unterwegs waren stresste uns das gehetze. Vor den schweren Längen klärten wir das mit der Seilschaft hinter uns und sie hatten Verständnis und hielten Abstand. Es war viel mehr der sportliche Ehrgeiz der sie trieb und den wir durch unser Tempo geweckt hatten. So konnte ich mich endlich voll auf die Crux in der 6. Seillänge konzentrieren. Bevor es los ging, tauchte über uns ein Seil auf. Eine 4. Seilschaft kam von oben abgeseilt und setzte sich vor uns. Eigentlich schon eine Frechheit bei einer 300m Wand sich so vorzudrängeln. Genervt hat mich das schon und die Lust zu weiterklettern wird nicht gerade verbessert wenn einem eine andere Seilschaft vor der Nase hängt. Dazu kommt, das es durch den katen Wind in der Sonne schon kühl ist und in einer Stunde die Sonne aus der Wand dreht. Es half alles nichts Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung. Motiviert von meinem Seilpartner stieg ich in die 30 m lange Schlüssellänge ein. Vor mir lag eine glatte Verschneidung und die Gewißheit, dass wir in den hier notwendigen Größen an Sicherungsmitteln jeweils 2 Friends zu wenig hatten. Aber 5 Friends pro Größe und das über 3 Größen ist dann auch für mein Rack zu viel. Also hieß es sparen, denn Keile legen kam in der Hangel nicht in Frage. Ich nahm mir die ersten 15 m als Ziel bis sich die Hangel weitet und zu einem unangenehmen offenen Trichter wird. Ich ging das Ganze vorsichtig an und langsam vorrantastend erreichte ich mit letzter Kraft den unteren Rand des Trichters. Die Kante am unteren Rand war schlechter als gedacht und die des Trichters sehr rund. Also legte ich blind noch einen 1er Mastercam und hoffte das er gut liegt. Dann nahm ich mit letzter Kraft die Füße auf Handhöhe und preßte. Kurz bevor ich die Hand an den runden Trichterrand nahm passierte es. Erst rutschte der eine Fuß kurz darauf der andere. Die Zeit dazwischen reichte gerade aus um den Fuß erneut zu setzen. Das war Haarscharf beinahe wäre es vorbei gewesen. Durch den Schreck mobilisierte ich die letzten Reserven und wälzte mich irgendwie in den Trichter. Dort stand man zwar auf einem Fuß, mußte aber um nicht rauszukippen die runde Rißkante permanent abziehen. Ählich wie in einem Schulterriß nur ohne die Schulter im Riß. Ich konnte mich in dieser Position zwar etwas erholen aber nach einigen Minuten war es mehr krampf als alles andere. Um die Sache hier etwas abzukürzen ich quälte mich weiter und zum Glück wurde es leichter. So gelang diese Länge und auch die weiteren. Einige der Längen ging besser als gedacht andere eher das Gegenteil wie der bößartige Trichter in der 7. Länge. Meinem Seilpartner waren im Durchstieg nur die Nachstiegslängen vergönnt, weil die Friends ihm noch immer suspekt sind. Zusammengefaßt eine echt geniale Route in welcher neben der Hangelei in der Crux auf jeden Fall die Breite von 1 Inch beherrscht werden sollte, denn diese kommt bei 4 Seillängen vor. Alles in allem eine geniale Linie mit anspruchsvolle Rißkletterei. 2 Tage später wagten wir uns mit Space Shot an eine weitere große Linie. Dar Grad 5.13 war Abschreckung und Motivation zugleich. So fiel auch diese Linie jedoch im 2. Versuch. Wir wurden zwar am Ausstieg in der Sonne gegrillt aber wir schaften es bis hoch.

Montag, 15. April 2013

Wüstentürme

Nach ausreichendem Einklettern, im Indian Creek, ging es mit Verstärkung aus Deutschland zu den Wüstentürmen. Diese aus zusammen gebackenem Sand bestehenden Türme befinden sich im Großraum Moab und sind zum Teil über 100m hoch. Die Anzahl und Formen dieser Gipfel ist so groß, dass wir uns auf einige wenige beschränken mussten. Die Wahl fiel am ersten Tag auf, den Castelton Tower (110m hoch), wo wir mit Castle Burning selbstverständlich die schwerste Route wählten! :-) Von dem extremen Wind, mit Böen von bis zu 100km/h spührten wir in der geschützten Nordseite erst im oberen Teil etwas. Ansonsten war die Kletterei sehr abwechslungsreich. Von Rissen über Rippen, bis hin zur Wandkletterei mit genialen Struckturen aus Quarz war alles dabei. Nur auf dem Gipfel hat uns der Wind fast umgeworfen. Ein späterer Versuch der Route "Fine Jade" am benachbarten Refectory wurde vom Sturm sprichwörtlich abgeblasen. So wechelten wir das Gebiet und fuhren in die Canyonlands. Hier wollten wir den Moses besteigen ( 150m hoch), das Wetter war paradisich, die Kulisse der Canyonlands besser als im Kino und wir Dank zeitigem Start die erste Seilschaft in "Primerose Dihedral". Die abwechslungsreiche Route ging schneller als gedacht. So standen wir nach 4 Stunden wieder unten am Einstieg, es war ein herrliches Steigen an sonnig warmem Fels mit kühler Wüstenluft. Da wir noch etwas Zeit hatten, bestiegen wir gleich noch den benachbarten Zeus (90m hoch). Bei beiden Gipfeln wurden wir von einer Drohne gefilmt, hoffentlich bekommen wir die Bilder zugeschickt. Es war alles in allem ein großartiges Erlebnis. Und die Felsquallität war besser als gedacht, meisstens sogar sehr gut. Bei uns geht es heute weiter in den Zion Nationalpark, wo wir uns für eine Weile häuslich einrichten wollen. Mehr von uns gibts ein anderes mal. Bis dahin wünschen wir einen schönen Frühling.



Freitag, 12. April 2013

Ziele mit Hindernissen

Der Plan war klar einige Tage in Indian Creek um in das Trad-Klettern (Klettern mit mobiler Absicherung) wieder reinzukommen und um vor allen den Friends als Absicherung zu vertrauen. Wenn dazu noch ein paar 5.13er fallen, dann wäre ich rundum zufrieden. Keins der gestellten Ziele war jedoch leicht. Zudem habe ich die Planung nicht in Absprache mit dem Wetter gemacht. So wurden wir durch einen Sandsturm und durch mehrere Tage Regen und Schnee am Klettern gehindert. Dazu kam, das ich im weichen Sandstein der Wüste den mechanischen Klemmgeräten nicht vertraue. Doch gutes Wetter und grenzenloses Vertrauen in Friends helfen leider gar nicht, wenn die 5.13er Risse in Indian Creek alle so unmöglich schwer erscheinen. Immer wieder die gleiche Bewegung. Immer wieder die vergebliche Suche nach Tritten. Immer wieder das Wegrutsche auf der spiegelglatten Wand neben dem Riß. Auch die Idee dem Fuß unter eine Dampfwalze zu halten, damit die Zehen endlich in die vefluchten Fingerriße passen, kam mir schon. So ist das Leben in der Wüste alles andere als einfach, aber mit Kerstin und Leopold wird es an den Tagen mit schlechten Wetter alles andere als langweilig.

Gestern als letzten Tag im Creek regnete es frueh und gegen Mittag gingen wir noch einmal zum "Battle of the Bulge Buttres" und so konnte ich am Ende doch noch einmal Rubys Cafe probieren und durchsteigen. Endlich :-)
Scott, Mondo und die Wolfsfamilie

Indian Creek das Rissklettermekka

Rubys Cafe am ende doch noch eine 5.13-